Obst & Gartenbauverein Großkarolinenfeld

 

 


 

Rhododendron - Regeneration

Rhododendron, Azaleen, Pieris und Caladium sind Moorbeetpflanzen. Sie brauchen, wie alle Erikasorten einen niedrigen pH-Wert, welcher sich in Substraten bei pH 4,3 bis 4,8 bewegen. 

Bei höheren pH - Werten beginnt bei diesen Pflanzen und vorallem beim Rhododendron und den Azaleen eine Aufhellung der Blätter, d.h. Eisenmangel. Diese können in fortgeschrittenen  Stadien zu Nektrosen ( Eintrocknungen ) führen.

 Simple Maßnahmen zur Kulturführung.

Nur mit Regenwasser gießen. Wenn überhaupt gegossen werden muß, da Moorbeete sehr gut das Wasser speichern  und nach dem Einwachsen gießen nicht mehr nötig ist. 

Alle 2 Jahre neuen Torf ca. 10 cm aufbringen. Aber reinen Torf und  keine aufbereitete Moorbeeterde, weil hier der extrem niedrige pH-Wert genutzt
wird und freie Kalke mit dem Niederschlag ausgewaschen werden. 

Zum Frühjahr arbeiten wir einen Rhododendrondünger in die obere Torfschicht ein. Aber bitte nicht mehr als empfohlen !! Die Pflanze entscheidet nach der Blüte mit dem Trieb, ob es ihr gut geht und sie wieder Blüten ansetzt oder ob sie nur die Art erhält und Blattwerk bildet.

Regeneration an der Pflanze und am Standort

Wenn es schon "schlecht"  mit der Pflanze bestellt ist, hat man die Möglichkeit sie folgendermaßen wieder zum Blühen zu bringen:

sollten an verschiedenen Standorten Azaleen oder Rhodo´s stehen, so ist es überlegenswert, ob man nicht ein Moorbeet anlegt. Der Vorteil dabei ist, daß die Pflanzen aus einem größeren Substrat - Reservoir schöpfen können, welches für die Feuchtigkeit wichtig ist. Hierbei kann man dann verschiedene Arten und Höhen kombinieren.

Bei unseren Böden wird es sich immer um eingebrachte Substrate und Torfe handeln. Bei einer Regeneration ist reiner Torf vorzuziehen, da unsere Pflanzen aus ihren Wurzelballen wieder in saure Böden wurzeln sollen und der mitgebrachte Ballen angeglichen werden muß.

Umpflanzung

Beim Ausgraben wird festgestellt, daß die Pflanzen kaum in die umgebende Erde gewurzelt hat. Anhaftende Erde wird vom Torfballen abgespült.

Nun heben wir eine Pflanzgrube aus, welche dem Umfang der Pflanze entspricht.
Torf wird in einer Wanne, unter mehrmaligem Umarbeiten befeuchtet. Torf aus Torfballen ist 2 Jahre getrocknet und nimmt unter diesen Bedingungen wieder Wasser auf. Erst wenn er richtig nass ist, kann gepflanzt werden. Etwas mehr Torf verwenden und höher pflanzen, denn es wird einsacken und man sollte möglichst viel Volumen im Pflanzloch ausnutzen.

Zweckmässig wäre es, wenn man die Seiten der Pflanzgrube mit dem in Form geschnittenen Sack oder Folie  auskleidet, damit sich der pH - Wert möglichst lange nicht mit dem umgebenen Erdreich ausgleicht. Der ideale Zeitpunkt ist im Frühjahr vor der Blüte.

Rückschnitt

Der Rückschnitt beim Rhododendron ist für die meisten Gärtner mit großem Zweifel behaftet !! Aber diese Pflanzen sind sehr robust und danken es mit  Kraft und vielen neuen Blüten !!

Wenn sie nicht verpflanzen, schneiden sie im frühen Frühjahr bei nicht blühenden und unmittelbar nach der Blüte bei blühenden Pflanzen.

Schneiden sie die ganze Pflanze bis in das braune, blätterlose Holz. Von Fingerdick bis 4-5 cm ist alles erlaubt. Halten sie eine runde Saftwaage ein, also gleichmässig schneiden, nicht hoch und tief.

 Nach ca. 3 Wochen sehen sie überall am Holz die ersten Austriebe, welche im ersten Jahr meist Blattwerk bilden und im Folgejahr voll erblühen.

Dieser Rhododendron Rückschnitt ist vor allendingen dann erforderlich, wenn große Pflanzen verpflanzt werden oder auch wenn der Wurzelballen stark dezimiert wurde.

Nach dem Verpflanzen mind. 4 Wochen nicht düngen und auch zur Pflanzung keinen Dünger geben, sonst wurzeln sie nicht richtig ein. Später lieber 2 mal alle 2 Wochen flüssig düngen und etwas Torf nachstreuen.

Standortwahl

Rhododendrons mögen keine pralle Sonne. Halbschatten bis Schatten mit Abendsonne wäre ideal. Azaleen dagegen können  in der Sonne stehen.
Kombiniert mit niedrigen Azaleen, Erika calluna ( sommer und herbstblühend ) und Erika carnea, welche im Winter bis April blühen, haben sie dann fast das ganze Jahr Blüten. Wobei die Erikas ruhig in der Sonne wachsen können oder probieren sie doch mal  ein Kombination mit Preisselbeeren, da gibt es dann im Herbst "Saures" zu naschen.

Alois Benkard, Verfasser dieses Berichts, hält in der Frühjahrsversammlung vom OGV ein Referat über o.g Thema.

 

 

Obst,-und Gartenbauverein Großkarolinenfeld    Ursula-krichbaumer@t-online.de